Herzzeit

Wie jedes Jahr
zur Frühlingszeit
blüh’n Baum und Feld
im Hochzeitskleid
und tausend liebe Vögelein

jubilieren silberfein

Doch jedes Jahr ach, sind wir älter
die Luft erscheint uns spürbar kälter
das Licht es wirket etwas trüber
die Ruhe wird uns immer lieber

und unser Herz?

Was zaget es mir in der Brust
sehnt sich nach Ruh, als auch nach Lust
will nach draussen und nach drin’
es fühlt sich alt sowohl als jung
Das Herz, es ziemt ihm nicht das Alter
verpuppts sich und blüht wie ein Sonnenfalter
mit jedem Einstrom Vergangenes halten
mit jedem Ausstrom
die Zukunft gestalten
es wird und ward
und ist in mir
im fernen All
im jetzt und hier

Das Herz gestaltet unsre Zeit
und weset selbst in Ewigkeit

Es werde Musik

Im Anfang sprach Gott
es werde Licht
Es werde Musik
das sagte er nicht
Denn Musik war
bevor alles Licht erst entstand
bereits göttliches Fühlen
göttliches Wollen
und alles umfassender
Gottesverstand
Und gäb’s nicht Musik
das verspreche ich dir
gäbs weder die Welt
noch ein Ich, Du und Wir
Und woll’n wir gebührend
Gott loben im Leben
wird Musik unsern Dank
in den Himmel erheben

Das Leben ist so proppen rund

Das Leben ist so proppen rund
gefährlich zwar
und doch gesund

Das Leben,
es geht immer weiter
mal ist es trüb
dann wieder heiter

Was man zur Kenntnis nehmen muss
ist: Leben macht des öftern Schluss
Und immer meint man, sei’s das Ende
doch meistens ist’s nur eine Wende

In jedem Ende verbergen sich Träume
neue Erfahrung, Entfaltungsräume
Wie die Puppe zum Schmetterling wird
ein jedes Ende uns neu gebiert

Gedichte