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Freizeitkapitän Kirchenpräsident Evangelische Kirchgemeinde Lengwil Organist Kirchgemeinde Lengwil Grossvater von Jalynn, Amesh und Noe Vater von Christoff, Jonas, Florin, Benjamin, David und Anna Verheiratet mit Marianne Master Institutionen leiten und entwickeln (MAS Hochschule für Heilpädagogik) Schul- und Heimleiter Sonderschulheim Ekkharthof Lengwil Keyboarder Tanzduo Olo’S Klassenlehrer Ekkharthof Lengwil Diplom SHP am Heilpädagogischen Seminar Zürich (Hochschule für Heilpädagogik) Werklehrer Ekkharthof Lengwil Co-Leiter städtisches Jugendhaus Winterthur Werklehrerseminar an der Kunstgewerbeschule Zürich (Hochschule der Künste) Lehre als Möbelschreiner Geboren am 17.5.1956 in Affoltern am Albis

Öffnung leben!

Kennst du das offene Land
wo nicht eine Hand
wo nicht der Verstand
wo aber das Herz stets
die Menschen verband?

Kennst du den offenen Ort
wo nicht Leistungssport
wo kein Wissensrapport
wo alleine das Dasein
Dich erfüllt und umsorgt?

Kennst du die offene Zeit
die voll Heiterkeit
in der Begegnung
dich erhebt und befreit?

Es ist das Heute,
das dich einlädt zu verweilen
dein Ich und dein Du
mit anderen zu teilen.

Es ist immer nur jetzt,
wo du bist, wo du stehst
und es bleibt nie ein Rest
wenn du gehst.

Bruder

Was ist ein Bruder
Was ist ein Bruder anderes als ein Mensch
Was ist ein Bruder anderes als ein Mensch
mit dem ich eine Spanne zusammenlebe,

und der dadurch etwas erlebte
der dadurch etwas erlebte, was auch ich erlebte.
Der etwas erlebte, was auch ich erlebte
und damit ein Etwas von mir geworden ist.

Er trägt ein Stücklein Mich.
Er trägt ein Stücklein Mich in sich.
Er trägt ein Stücklein Mich in sich
und geht damit ein in meine Ewigkeit und ich in seiner.

Was ist ein Bruder anderes,
als ein Er in mir
und ein Ich in ihm,
ein Es in ihr, ein Sie in es.

Ich im Du – Du im Ich

Bin ich geliebt?

Bin ich geliebt
wenn das Mondlicht
nachts mich küsst,
– bin ich?

Bin ich geliebt
wenn die Sonne sanft wärmend
mir den Nacken streift,
– bin ich?

Sind wir geliebt
wenn unsere Mütter summend
uns in den Schlaf wiegen,
– sind wir?

Sind wir geliebt
wenn unsere Väter uns sanft fordernd
in die Schule schicken,
– sind wir?

Sind wir geliebt
wenn unsere Schwestern uns das Spiel verweigern
lachen wenn wir traurig sind,
– sind wir?

Sind wir geliebt
wenn Brüder uns zum Schweigen bringen
wenn wir uns ihnen anvertrauten,
sind wir?

Sind wir geliebt
wenn Männer nachts in dunklen Gängen
uns unter die Röcke greifen,
– sind wir?

Sind wir geliebt
wenn wir die Uniformen tragen
im Kampf mit Tränenblut verschmiert
– sind wir?

Bin ich geliebt
wenn eine Hand sich bittend
mir entgegenstreckt
– Bin ich?

Bin ich geliebt
wenn du neben mir
ohne Worte still und frei
mich zu meinem Haus begleitest
das auch deins ist
– ja ich bin!

Neues Land (zur Hochzeit)

Ihr habt heut ein neues Land betreten.
Ein Land voller Wunder,
ein Land, das euch beschenken,
das für euch sorgen und euch glücklich machen kann.
Es trägt ein Geheimnis in sich,
das niemand kennt, als ihr allein.

Manche sagen dem Land „Hafen“,
manche sagen ihm „Heimat“,
andere sagen einfach „Du“,
einige nennen es Seligkeit.

Dieses Land sei hinfort der Ort,
an dem Ihr sein dürft,
ohne Wenn und ohne Aber,
einfach euch selber.
Gesegnet sei es
für alle Zeit:

Sein Boden sei Vertrauen,
seine Berge das Glück,
sein Wasser sei euer gegenseitiger Beistand,
wenn die Kräfte von einem allein nicht genügen.
Sein Wind sei die Freude aneinander
und das nie versiegende Gespräch.
Und seine wärmende Sonne
sei die Begeisterung für Ziele,
gemeinsame Ziele, eigne Ziele
und Ziele des Andern.

Die Pfade des Landes seien Wege der Freiheit.
Nie dränge ein Zwang hier den zögernden Schritt.
Seine Grenzen lauten Verzeihen,
weiten sich stetig,
und machen das Land
zur kostbaren Perle.

Friede liege auf diesem Lande,
und auf allen Reichen seiner Umgebung.

Das Wesen, das dieses Land erschafft, gestaltet,
entwickelt und schön macht,
ist die nie versiegende Liebe.

 

D‘ Wiehnachtsgschicht

Was bruuchts ächt alls, für d‘ Wiehnachtsgschicht?
Nu für  ä chliini; nu ganz schlicht!

Än Maa,  ä Frau, äs Chind im Stroh,
ich glaub, für d’Wiehnacht langt das scho.

Ou nei, da ghört zum Jesuschind
doch na än Esel und es Rind.
Die gänd schön war, drum sind’s jetzt froh,
Ich glaub, für’s Geschichtli langt das scho!

Doch nei da bruchts  na gueti Hirte,
und Gaschthöf bruchts, mit böse Wirte,
will Bös‘ und Guets – das isch eso
isch beides i dä Gschicht vorcho.

Wänn ich jetzt aber wiiterdänke,
was alli Lüüt dem Chind wänd schänke,
dänn merk ich, – potz, die Gschicht wird lang;
und langsam wachst i mir dä Drang:

Will ich d’Wiehnachtsgschicht verzelä,
mues ich s’Wichtigschte drus useschelä.

Was isch dänn z’Bethlehem passiert,
dass es eim hüt na fasziniert?

Es göttlichs Wese chunt uf d’Erdä;
seit, Gotteschind dörfsch du hüt werde!

Wänn Du dich a dim Mitmänsch freusch,
im siini Fehler au verzeisch,
dänn wird Dis eigne Herz erhellt,
und scho isch d’Wiehnachtsgschicht verzellt.