was in uns lebt
was in uns strebt
was über unsern Häuptern schwebt
wird
durch Erdenwiderstand erwacht
in Erdennacht
dem Himmelstage dargebracht
was in uns lebt
was in uns strebt
was über unsern Häuptern schwebt
wird
durch Erdenwiderstand erwacht
in Erdennacht
dem Himmelstage dargebracht
Über uns Sonne, Mond und Sterne
und über allem – in weit weiter Ferne
die werdende Welt
Unter uns Erde, darunter das Feuer
und unter allem die ungeheuer
wirkende Kraft
In uns das Ich, das Du und das Wir
und zuinnerst von allem
das Werden und Wirken
liebenden Seins
Wo kommt sie her
die scheue Ungeduld in mir
die wieder mich umtreibt
ohne mein Zutun
jedes Jahr
Weihnachten entgegen
mich unruhig werden lässt?
Das Dunkel des Dezemberhimmels verdoppelnd
erblindet mich mein eigenes Ziel
das fern vom Hier und Jetzt
mich entfernt von dem
was in mir steckt
das mich ruft die ganze Zeit
und ichs nicht hör
weil es so nah‘
und das seit meinem Anfang
mich mahnt, zu werden
sich danach sehnt
geboren zu werden
Erlösung bringend
dass Weihnachten
endlich werde
Draussen nächtets,
drinnen glimmt’s.
Wess’ Freudefunken ist’s?
Ich schau hinein,
in mich
und sehe nichts,
nur dunkel.
Was ist dies Glimmen?
Licht ohne Feuer?
Nein, der Hoffnung Flaum,
der Sehnsucht Saum,
die ich zu hegen habe,
bang gelassen aus Erfahrung.
Was kommt gewisser;
der nächste Sommer oder der Winter?
Nun ist nichts als nur noch diese Dichte,
unausgesprochen dunkel
und doch ahnungsvoll erhellt.
Vorwärts! Vorwärts?
Ein Trösten, Hauch der Ewigkeit
in diesem Glimmen.
Vielleicht kann ich’s haschen.
Doch wer, wenn dies Glimmen erlischt
gibt mir Licht?
Welch seltsame Erfahrung:
Wend’ ich mich ab, so tut es dies auch.
Hab’s doch gewusst. Dieser Trug!
Verlass dich nicht auf ferne Lichter…!
Bleib ich stehn, steht es auch.
Wende mich um, einen Schritt, noch einen.
Ist’s meine eigene Ferne, die die Distanz schafft
oder rafft, und wenn ja, wie ist’s mit dem Licht?
Fehlt es tatsächlich oder bin ich’s an dem es gebricht?
Wunder der Augen! Sehen sie doch, was zu sehn sie gar nicht vermögen.
Wunder der Sinne, empfangen sie das, woraus selber sie erst sind.
Und die Schatten, die Kälte?
Das Zwischending!
Mir gegeben, zu erkennen
das Hier, das Dort
und das Dazwischen
und wie das eine
im andern lebt
ohne Verwischen.
Ich-Bürger zweier Welten
voller Wärme, voller Licht,
Die Kühlung bringt uns nicht zum Frieren
Die Dunkelheit macht uns noch lange nichtblind!
Lass uns an diesem Ort verweilen!
Und innig sein
zwischen der Erinnerung
und dem neuen Werden.
Was ist so stark
wie Engelsflügel
versetzet Berge
versetzet Hügel
Glücklich wer es weiss
und glücklich, wer es fände;
es sind die liebend
helfenden Hände
Du bist meine Mitte
ohne dich kann ich nicht leben
sagt selbst der mächtige Umfang
zum winzigen Mittelpunkt
Weisst du, dass das Holz dunkel wird
wenn es altert?
Und brennt doch besser
je dürrer es wird.
Muss – je älter er wird –
der Mensch auch verbrennen,
wenn er helle bleiben will?
Ich sitze am Fenster
und schaue durchs Glas
den Nachtvögeln zu
die bedrohlicher als sonst
ihren Schattenflug drehen
Schwarze Augen
mit Leuchtpunkten
– so meine ich –
schauen
nicht zu mir,
sie schauen in die Welt.
Soll ich mich doch
hinaus begeben?
Ewig kreisen – fern der Mitte –
Sterne ihre weite Bahn.
Zum Zentrum sucht
mein Geist voll Sitte;
doch, …
mehr zieht mich der Umkreis an.
Der Herbst hält Ausschau
Nach heissem Sommer
tut etwas Kühle gut
Gern hätte ich
die Sommertage
noch etwas länger gekostet
Doch das Nebelbänkchen vor der Tür
deutet still zur Einkehr
die ich wohl brauchen mag
nach dem Sommerflirren.