Flüchtig
der Gedan..
Wo löst
er sich
auf was für
Ideen man kommt
Archiv der Kategorie: Ich und Welt
Die Kante
Die Kante brachte an den Tag
was oben und was unten lag
Zwar konnte man sich an ihr stossen
doch stiessen dran sich nur die Grossen
Die kleinen gingen unten heiter
ahnungslosem Treiben weiter
Nur die grossgewachsnen Langen
blieben an der Kante hangen
Blieben an der Kante stecken
und bemerkten durch die Ecken
bei dem Anstoss einen Schmerz
der sich fortsetzt bis zum Herz
Ihren Blick nach oben richtet
dass ihr Auge sodann sichtet
über allem was sie kannten
gibt es ein unendlich weites
Feld von ungeahnter Fülle
die allein durch eine Hülle
unserm Blick verborgen war
Durch Stoss und Schmerzen
ja durch beides
unserm Sein nun offenbar
Kann es sein, dass mich Sehnsucht packt?
Kann es sein
dass mich Sehnsucht packt?
Bin doch sonst so sicher in mir
nüchtern auch, gewohnt den Tag
auch den graukalten Nebelmorgen
Kind war ich
mit leichten Beinen
Alltag war nicht, nur das jetzt
All dem gebricht jetzt
ob der Pflicht
die mich aus mir selber reisst
mich in Unbestimmtheit aufzulösen
solange sie nicht Liebe heisst
die in jeder Sehnsucht
jenen Zielpunkt findet
der über sie hinaus
weit hinaus weist
Was ist denn das besondere am Leben?
Was ist denn das besondere am Leben?
Es liegt in ihm ein Schweben
das zwischen Erdenfestigkeit
und Himmelsgeistunendlichkeit
den Werdeweg
geschichtsvoll in die Welt schreibt
lesbar für Erden- und für Himmelswesen
Zentrum bildet
für unsere Gemüter
für unser Fühlen und Wollen
Es ist Quellpunkt
gedankenhellen Bewusstseins
Schöpfung
im Hier und Dort
Weihnachtswunder
wenn es hier verschwindet
und dort erscheint
wenn es dort verschwindet
und hier erscheint
Wohlgenährt
Wohlgenährt und reich begütert
hätten wir allen Grund
uns zu rühmen
über unser Vermögen
Andere zu beschenken
und glücklich zu machen;
wenn es so wäre
wie es sollte
Doch es beschämt uns
die Wirklichkeit
in der wir wenig teilen
von dem, was uns
wirklich wertvoll ist
von der Zeit
und der Macht
und dem Geld
Wie erlösend sind
doch die Menschen
die uns brauchen
die wir nicht wegschieben können
weil wir für sie Verantwortung tragen.
Sie lösen uns die Freimütigkeit
zu geben
zu teilen
zu sein
So kommt die Erlösung zu uns
auch heute wieder
durch jemand
von dem wir es
nicht erwarteten.
Werden wollen
Wenn wir wissen
was wir waren
werden wir wissen wollen
was wir werden
Wenn wir wollen
was wir wissen werden
werden wir
was wir werden wollen
Zeit noch zum Verschnaufen
Weihnachtsbäume draussen
werden angedreht
wenn’s dämmert
und im Vorübergehen weiss ich
bald ist Weihnacht
wenig Zeit noch zum Verschnaufen
Düfte, Autos, Glimmerfenster
die Gedanken
fluktuieren
und im Vorübergehen weiss ich
bald ist Weihnacht
wenig Zeit noch zum Verschnaufen
Kinderhände werfen Schneeball
Kinderbacken
werden rot
und im Vorübergehen weiss ich
bald ist Weihnacht
wenig Zeit noch zum Verschnaufen
Kinderaugen schaun das alles
Kinderseelen
hell und warm
und im Vorübergehen ahn’ ich
hier ist Weihnacht
stets ist Weihnachten
und ich will und darf verschnaufen
Die scheue Ungeduld
| Wo kommt sie her die scheue Ungeduld in mir die wieder mich umtreibt ohne mein Zutun jedes Jahr Weihnachten entgegen mich unruhig werden lässt?
Das Dunkel des Dezemberhimmels verdoppelnd dass Weihnachten endlich werde |
Vater
Nicht dein Blick
nicht deine Worte
haben mich als Kind
begleitet
All dein Vatersein
das mich bereitet
lag in deiner Hand
die – selten zwar –
doch wie ein Himmel
mich berührte
Vertrauen
Himmel nachtet
Erde tagt
hell wird’s
wo man etwas wagt
hell leuchten Seelenkerzen
wo Mitleid brennt in unseren Herzen
nicht im Zeitpunkt von unsrem Tun
nein, erst später, – wenn wir ruhn.
Klein und grosses Ringen im Leben
vermag unser Gemüt zur Einsicht erheben
Wenn wir für andre
nicht für uns selber ringen
fängt der Himmel an zu singen
Wo wir aufeinander bauen
braucht’s nicht, – sondern wächst Vertrauen.