Weihnachtsbäume draussen
werden angedreht
wenn’s dämmert
und im Vorübergehen weiss ich
bald ist Weihnacht
wenig Zeit noch zum Verschnaufen
Düfte, Autos, Glimmerfenster
die Gedanken
fluktuieren
und im Vorübergehen weiss ich
bald ist Weihnacht
wenig Zeit noch zum Verschnaufen
Kinderhände werfen Schneeball
Kinderbacken
werden rot
und im Vorübergehen weiss ich
bald ist Weihnacht
wenig Zeit noch zum Verschnaufen
Kinderaugen schaun das alles
Kinderseelen
hell und warm
und im Vorübergehen ahn’ ich
hier ist Weihnacht
stets ist Weihnachten
und ich will und darf verschnaufen
Archiv der Kategorie: Jahreslauf
Die scheue Ungeduld
| Wo kommt sie her die scheue Ungeduld in mir die wieder mich umtreibt ohne mein Zutun jedes Jahr Weihnachten entgegen mich unruhig werden lässt?
Das Dunkel des Dezemberhimmels verdoppelnd dass Weihnachten endlich werde |
Herzzeit
Wie jedes Jahr
zur Frühlingszeit
blüh’n Baum und Feld
im Hochzeitskleid
und tausend liebe Vögelein
jubilieren silberfein
Doch jedes Jahr ach, sind wir älter
die Luft erscheint uns spürbar kälter
das Licht es wirket etwas trüber
die Ruhe wird uns immer lieber
und unser Herz?
Was zaget es mir in der Brust
sehnt sich nach Ruh, als auch nach Lust
will nach draussen und nach drin’
es fühlt sich alt sowohl als jung
Das Herz, es ziemt ihm nicht das Alter
verpuppts sich und blüht wie ein Sonnenfalter
mit jedem Einstrom Vergangenes halten
mit jedem Ausstrom
die Zukunft gestalten
es wird und ward
und ist in mir
im fernen All
im jetzt und hier
Das Herz gestaltet unsre Zeit
und weset selbst in Ewigkeit
März
Silberhauch
du brichst
wie der Schwan im Ei
durch harte Krusten
und entfaltest deine Pracht
Zitterluft
Vogelatem
durch das letzte Eis
lugt das Fischaug
nach der ersten Mücke
Entschlackt
verjüngt
der Erde Brust
nimmt tief den ersten Atemzug
geheiligt
durch die Nächte der Entbehrung
freudejung
Welt, ich komme!
Die Ungeduld in mir
Wo kommt sie her
die scheue Ungeduld in mir
die wieder mich umtreibt
ohne mein Zutun
jedes Jahr
Weihnachten entgegen
mich unruhig werden lässt?
Das Dunkel des Dezemberhimmels verdoppelnd
erblindet mich mein eigenes Ziel
das fern vom Hier und Jetzt
mich entfernt von dem
was in mir steckt
das mich ruft die ganze Zeit
und ichs nicht hör
weil es so nah‘
und das seit meinem Anfang
mich mahnt, zu werden
sich danach sehnt
geboren zu werden
Erlösung bringend
dass Weihnachten
endlich werde
Dezember
warten
warten bis
bis sie vorbei
vorbei die Zeit
die Zeit die dunkle
die jedes Jahr mich überfällt
und jedes Jahr mich
hinüberträgt
hinüber
trägt
Hoffnung
Wenn das Sein aus Hoffnung spricht
wenn Werden aus Erwartung bricht
haben Engel
einen Ort gefunden
geschaffen durch Ringen
geschaffen durch Wunden
Dieser Ort, von Menschenhand
im Menschenherz
durch Menschenverstand
ist des Lebensglückes Quelle
Götterziel und Freiheitstelle