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Freizeitkapitän Kirchenpräsident Evangelische Kirchgemeinde Lengwil Organist Kirchgemeinde Lengwil Grossvater von Jalynn, Amesh und Noe Vater von Christoff, Jonas, Florin, Benjamin, David und Anna Verheiratet mit Marianne Master Institutionen leiten und entwickeln (MAS Hochschule für Heilpädagogik) Schul- und Heimleiter Sonderschulheim Ekkharthof Lengwil Keyboarder Tanzduo Olo’S Klassenlehrer Ekkharthof Lengwil Diplom SHP am Heilpädagogischen Seminar Zürich (Hochschule für Heilpädagogik) Werklehrer Ekkharthof Lengwil Co-Leiter städtisches Jugendhaus Winterthur Werklehrerseminar an der Kunstgewerbeschule Zürich (Hochschule der Künste) Lehre als Möbelschreiner Geboren am 17.5.1956 in Affoltern am Albis

Engel haben Flügel

Engel haben Flügel
das ist gar nicht übel,
damit sind sie gar schnelle
bei Bedarf zur Stelle.
Menschen haben Beine
– du weißt schon was ich meine –
auf die man gern vertraut
obwohl sie träger gebaut.
Kein Flügel kann das meistern,

was unsre Beine leistern.

Sie gehen Schritt für Schritt
und der Verstand geht mit.
Sie tragen Menschenherzen,
als wären’s Weihnachtskerzen,
von einem zu dem andern.
Ja, Beine können wandern!
Sie wandern durch das Leben
um Schulden zu vergeben,
und Herzenslicht – noch nach Jahren
vor dem Erlöschen zu bewahren.

Das Licht das uns hell macht im Andern,
beim gemeinsamen Lebenswandern.

Die Ungeduld in mir

Wo kommt sie her
die scheue Ungeduld in mir
die wieder mich umtreibt
ohne mein Zutun
jedes Jahr
Weihnachten entgegen
mich unruhig werden lässt?

Das Dunkel des Dezemberhimmels verdoppelnd
erblindet mich mein eigenes Ziel
das fern vom Hier und Jetzt
mich entfernt von dem
was in mir steckt

das mich ruft die ganze Zeit
und ichs nicht hör
weil es so nah‘

und das seit meinem Anfang
mich mahnt, zu werden
sich danach sehnt
geboren zu werden
Erlösung bringend

dass Weihnachten
endlich werde

November

Draussen nächtets,
drinnen glimmt’s.
Wess’ Freudefunken ist’s?
Ich schau hinein,
in mich
und sehe nichts,
nur dunkel.
Was ist dies Glimmen?
Licht ohne Feuer?
Nein, der Hoffnung Flaum,
der Sehnsucht Saum,
die ich zu hegen habe,
bang gelassen aus Erfahrung.
Was kommt gewisser;
der nächste Sommer oder der Winter?
Nun ist nichts als nur noch diese Dichte,
unausgesprochen dunkel
und doch ahnungsvoll erhellt.
Vorwärts! Vorwärts?
Ein Trösten, Hauch der Ewigkeit
in diesem Glimmen.
Vielleicht kann ich’s haschen.
Doch wer, wenn dies Glimmen erlischt
gibt mir Licht?
Welch seltsame Erfahrung:
Wend’ ich mich ab, so tut es dies auch.
Hab’s doch gewusst. Dieser Trug!
Verlass dich nicht auf ferne Lichter…!
Bleib ich stehn, steht es auch.
Wende mich um, einen Schritt, noch einen.
Ist’s meine eigene Ferne, die die Distanz schafft
oder rafft, und wenn ja, wie ist’s mit dem Licht?
Fehlt es tatsächlich oder bin ich’s an dem es gebricht?
Wunder der Augen! Sehen sie doch, was zu sehn sie gar nicht vermögen.
Wunder der Sinne, empfangen sie das, woraus selber sie erst sind.
Und die Schatten, die Kälte?
Das Zwischending!
Mir gegeben, zu erkennen
das Hier, das Dort
und das Dazwischen
und wie das eine
im andern lebt
ohne Verwischen.
Ich-Bürger zweier Welten
voller Wärme, voller Licht,
Die Kühlung bringt uns nicht zum Frieren
Die Dunkelheit macht uns noch lange nichtblind!
Lass uns an diesem Ort verweilen!
Und innig sein
zwischen der Erinnerung
und dem neuen Werden.