Du, mein Neben-und mein UmmichDu mein Mich in mirmein Beimirmein Zwischen-, Über-und Untermirmein Von- und ZumirDu mein Leibder du mich bistund doch so andersals ich selber binVerführer und ErhalterBleibe, oh bleibe mir nochUm ohne dich zu seinbedarfbedarf ichbedarf ich erst noch deiner!Doch dannwenn auch ohne dichich weiterbestehen kanndann– einst –werde ich dich erlösenvon Vatervon Mutterja selbst von mirzum wahren Sein
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Schaue hinweg
Schaue hinweg
über das Ärmliche
meiner Sprache
Schau auf den Gestus nur
welcher der Quelle entspringt
der zu folgen allein
mein schlichtes Bemühn bleibt
Brautschleier
Weisst du, dass du
Zeit deines Lebens
einen Brautschleier trägst?
Ob Mann, ob Frau, auch Kind
der dich verhüllt
und dir verhüllt
was zu sehen nicht
– noch nicht –
nicht in der Zeit
was aber einst
in einem Mal
enthüllt und sich enthüllen wird
was ist, was war, was immer war
jenseits der Vergänglichkeit
Und wenn die Nacht kommt
deine Nacht
dann wendet sich der Schleier
und traut die Braut
Weisst du, dass du einen Schleier trägst
einen Brautschleier
und hat auch einen Namen
einen Wandlernamen.
Wie nennst du ihn?
Ich nenne ihn DU
Spät
Spät ist nicht nie,
nur, Nie ist zu spät.
Nie spät ist schön,
aber lieber spät als nie.
Manchen ist nie spät lieber,
anderen lieber spät als nie.
Nun, wer nie drauf späht, wer später als die
die nie spät sind, der ist wohl später als die
die schon spät sind…
Verspätet für Ortrud
Bruderschaft
Was ist das Sein anderes
als wachsendes Werden,
wieder Vergehen,
und in der Berührung
sich verwandeln?
Abdruck nach Innen und Aussen,
Verholzung für sich
und für andere.
Was sind uns die Bäume anderes
als gewachsenes Werden
und wieder zerfallend,
nachdem sie gedient?
als Pfeil
als Haus
als Kreuz
als Flöte
Was ist Holz anderes
als Blut,
ausgeschwitzt
und verkrustet?
Dargebracht
dem ewigen Sein.
Was bin ich anderes?
Bruderschaft
der Wesen:
Du wesest in mir,
ich wese in dir.
Unfall
Straucheln und stürzen
ist nicht dasselbe
wie mitgerissen werden
und leiden.
Harrt ersteres der Wiedergutmachung
tilgt letzteres so manche Schuld.
Wenn ich gehe
Sei nicht traurig
Der Blick meiner Augen wird tiefer
der Kuss meiner Lippen sanfter
die Liebe meines Herzens weiter sein
wenn ich wiederkomme
und meine Arme
dich inniger umfangen
als je
Endlicher Gewinn
Gewinnen werden
nicht die Gewaltigen
sondern die
die die Gewaltigen bezahlen
Doch auch ihr Gewinn
wird zerfallen im Nichts
weil die Mühle
gegen die sie kämpften
das Korn für ihr eigenes Brot
gemahlen hatte
Nun nährt es
dieses Korn
die Unterdrückten
Endliches Aufatmen
Lass dich feiern
Dieser Tag, er riecht so anders
nach Blumen, Feiern, Sekt, Korianders
Dieser Duft in meiner Nase
er rührt von dir, du alter Hase
der du heut ein Jahr vollendest
dich voll Elan einem neuen zuwendest
Ich wünsche dir dazu Erfolg und viel Glück
bleibt es mal aus, dann komm einfach zurück
und geniesse das was du an uns bereits hast
deine Frau, deine Kinder, die Kollegen, dein Gast
Lass dich feiern, lass dich besingen
lass dir von uns allen ein Lächeln bringen
Alle und ich
Jedermann sagt zu niemandem keiner,
und nicht nur einer sagt zu einigen jeder.
Damit sind einige mit einigen einig.
Ausser mir –
ich denke alle – und bin nur einer.
Und bin ich einmal nicht ganz alle,
bin ich nicht Herr mehr ganz meiner.