Archiv der Kategorie: Ich und Welt

Glückwunsch 1

Jung und voller Tatenkraft
hast du manch Meisterwerk geschafft

All die guten Geisterlein
die allzeit nahe bei dir sein

Sie sollen allzeit dich begleiten
ein friedvoll Leben dir bereiten

jeden Unfall, Schmerz und Pein
fernhalten von deinem Heim

Leb du glücklich und gesund
mit Menschen und Engeln in schönem Bund

Damit aber Langweile niemals dich trübe
Sei Humor dabei, Esprit und Liebe

Ob Sonne ob Wind, ob Nebel ob Regen
der Himmel er schenk alle Tage dir Segen

Notorische Nerven

Man kann von Lehrpersonen hören

dass kleine Schlingel, wie auch Gören

im Unterricht zuweilen stören

Nimmt deren Unruh überhand

bringt das die Klasse an den Rand

Herausfordernd sind solche Unterrichtsklippen

gar rasch springt ein Wort über Erzieherlippen:

Lass dies,…

lass das,…

hör‘ auf zu Nerven!…

 

Muss man die These vielleicht verwerfen,

die Nerven seinen nur passive Stränge?

Bringen sie nicht vielmehr viel in die Gänge?

Mit ihrem Zappel und Räuspern und Ranggen

mit ihrem Getuschel und Kichern und Zanken

legen die Ranken den Beweis an den Tag:

Nerven sind aktiv, vor allem die blanken.

 

Statt gleich motorische Nerven zu sehen,

darf man notorischen Nervern gestehen:

Stören stört  –  und ist doch eine Tugend,

sowohl von den Nerven, wie auch von der Jugend

 

 

Radix

Entwurzelt liegt saftlos

die Rübe auf dem Feld,

dem Urgrund entrissen,

der den Strom des Lebens

ihr vormals gegeben.

 

Zurück?

 

Zurück ist nicht mehr.

Nicht verjüngend ist die Rückkehr.

Als Speise liegt die Rübe zum Verzehr.

 

Wenige nur,

die dem Strom des Lebens treu geblieben,

gepflegt zur Samenbildung,

die in sich trägt den Keim

zu neuem Werden.

 

Mensch des Westens,

des Südens und des Ostens.

Deine Wurzel, tief gegründet

war sie einst im Muttergrund.

Nun liegst du, zerstreut,

von Angst und Ohnmacht halb gelähmt.

 

Besinne dich.

Da sind Einzelne,

die nicht vergessen haben

und gepflegt den Lebensstrom

und Keim um Keim den Samen weitergeben,

dass neu verbinde sich dem Grund,

das Geschlecht der Menschen

und erspriesse und entfalte jenen Baum,

der dem Zeitenstrom entrissen,

blüht und fruchtet immerdar;

nicht fragend nach dem Stoff, der Art,

nur nach dem Sein,

das der Erfüllung harrt.