Der Herbst hält Ausschau
Nach heissem Sommer
tut etwas Kühle gut
Gern hätte ich
die Sommertage
noch etwas länger gekostet
Doch das Nebelbänkchen vor der Tür
deutet still zur Einkehr
die ich wohl brauchen mag
nach dem Sommerflirren.
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Wie du
Welch eine Kraft,
die im Verborgenen
zu wirken vermag.
Wie stark ist die Seele,
die den Nebel des Alltags
durchbricht.
Wie schön ist der Mensch,
der das Leben
nicht nur erleidet,
sondern gestaltet
wie du.
Ehe
Über der Ehe liegt ein Segen
der nicht von Menschenhand gemacht
der weiter geht als unser Denken
und der in uns ein Bewusstsein schafft
das in manch kritischem Moment
unser Handeln zögert, ändert
und zum guten Ende wendet.
Das Kind
| Welche Gegenwart Gottes Kind deine warme Backe mich suchend und mitnehmend dein Händchen furchtlos der unendlichen Welt entgegengestreckt und damit den Punkt gesetzt und bestimmt das Hier und Jetzt Da ist Leben Sein und Sinn |
Die Wand
Man
wohnt
gewohnt
und lebt gewandt
und bleibt doch
alle Zeit gebannt
vor der Wand
obwohl man weiss
irgend wann
bin ich dran
bin auch ich dran
durch sie hindurch zu gehen
zu gehn
und zu sehn
wie die Dinge
– vor der Wand –
vergehn
und hinter der Wand
geliebt
von unbeschreibbar
göttlicher Hand
bestehn.
Pflicht
Jeden Tag, jede Woche
halt ich meine Pflicht
bis unter mir der Boden bricht
ins Licht
Es zieht mich
Es
. es zieht
. es zieht mich
. es zieht mich zu
. zieht mich zu dir
. mich zu dir
. zu dir
. dir
Über uns Sonne, Mond und Sterne
Über uns Sonne, Mond und Sterne
und über uns – in weiter Ferne
die unendlich schöne werdende Welt
Unter uns Erde, darunter das Feuer
und unter allem die ungeheuer
treu beständig wirkende Kraft
In uns das Ich, das Du und das Wir
und zuinnerst von allem
das Werden und Wirken
liebenden Seins
Das Buch
Wenn’s im Sommer noch die Illustrierten waren
die dem Nachmittag
ein wenig Zerstreuung schenkten,
so sind es jetzt,
neben all den Tagesmedien,
mehr die Bücher,
die in dieser dunklen Jahreszeit
die langen Abende erfüllen.
Und das eine,
das neben meinem Bette stets,
als Aufforderung, Aufmunterung,
als Hängematte, Rettungsanker,
als Forschungsstätte, Bahnstation
und immer als Begegnungs- und Gesundungsort,
sich mir zur Seite stellt,
das eine Buch,
das will und kann und darf
mich das ganze Jahr erquicken.
Durch seine Seiten allein
kann ich in die Welt
und in den Himmel schauen.
Sein
Jeder Atemzug
jede Regung
jeder Schritt
jede Tat
zeichnet uns weiter
ins Leben hinein
und das Leben
ist das Abbild
unserer Selbst
Gehen
Sprechen
Denken
Sein