Meine Freiheit hat sich selbständig gemacht
Nun krabbelt sie
– frei und lose –
über mich weg
als wär ich ein Stück Dreck
als wär ich ein Stück Speck
Na warte du Schwarte
denn keine Sekunde bist du nich‘ nicht ich
Du bist ein Inmich und ich ein Indirbin
denn ohne mich bist du nich‘ dich
und ich bin ohne dich nich‘ mich
Alle Beiträge von juerg
selber erleben
Was ich selber nicht erlebe
erleben andere für mich
Kraft der Freude
Welche Kraft in der Freude
welche Freude in der Kraft
Weil in beiden des Lebens Quelle
wirket und schafft
Warten
Wie unerwartet
müssen wir nun warten
ist Stille nun, Leere.
Warten wozu?
Auf deine Stimme im Garten?
Auf dein Kommen?
Du gingst,
nun ist Ruh.
Du lässt eine Lücke,
wo du warst
ist nun nichts –
wir warten auf Erfüllung,
und das Leben spricht’s:
Das Warten hat ein Ende,
am Ende, am Schluss.
Es wird uns zur Wende,
der Ewigkeit Gruss.
Mutter
Wie ich schon bei der Mutter fühlte
als fröhlich Kind ganz unbeschwert
dass in ihr jene Kraft sich rührte
die heute meine Glieder führt
wie in ihr jener Geste Kraft
das Leben mir so liebreich macht
die heut in meinem Busen waltet
sich immer wieder neu gestaltet
Geschenk und auch Erinnerung
ich ward geliebt
und bleib’s fortan
Frühling
Der Frühling lässt mit seinem Spriessen
die Kreaturen freundlich grüssen.
Doch manchmal wird ein Winter alt
dann bleibt es bis an Ostern kalt.
Wie nun?
Ist Ostern nur ein Scheingebild,
lässt uns im Stich, ist roh und wild?
Oh nein, ob aller Kälte starren
ob all dem eisigen Verharren
das Licht wird hell
schon früh am Morgen
und mit ihm schwinden
Wintersorgen.
Gehen
wer versteht
was vergeht
der steht
wenn er geht
Windlicht
Windstillelässt die See spiegelndes Himmels GlanzSturmlässt ahnendes Meeres Grund
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Halte mich fest
Halte mich fest
ich meine zu fallen
ich drohe zu fliehen
ich suche zu finden
in der Ferne
was deine Nähe
mir schon immer gab
Neugeboren
Wie feine Bläue des Himmels
uns hineinahnen lässt
umschliesst
und mitnimmt
in die Weite unendlichen Innenraums
so umschliesst das Turmalin deines Blickes
uns führend
in die Tiefen deiner Welt
und lässt uns – du Kind –
willkommen
deinem Wesen nahen