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Die Perle

Für Elisabeth

Als sie

zu den grossen,

bunten und glänzenden

Weihnachtskugeln hinaufschaute

fühlte sie sich so klein und wertlos

Und als eine zarte Hand

sie berührte

konnte sie die Wärme

nicht geniessen und

sie versuchte

sich zu wehren

gegen das gütig gemeinte

Hilfeangebot, das ihr damit

umso mehr vermittelte

wie Bedürftig sie sei.

 

 

Erst als die Hand sie aufgehoben

und wieder aufgereiht

mit all den anderen Perlen

und als eine der schönsten

am Hals der Königin leuchtete

atmete sie etwas auf.

Mutter

Wie ich schon bei der Mutter fühlte

als fröhlich Kind ganz unbeschwert

dass in ihr jene Kraft sich rührte

die heute meine Glieder führt

wie in ihr jener Geste Kraft

das Leben mir so liebreich macht

die heut in meinem Busen waltet

sich immer wieder neu gestaltet

Geschenk und auch Erinnerung

ich ward geliebt

und bleib’s fortan

 

 

Meine Augen sehen dein Kommen

Meine Augen sehen dein  Kommen

und sie sehen dein Gehen

Wenn du mir nah bist

ruhn sie auf deinen Lippen

vertiefen sich in deine Augen

wie in zwei helle blaue Seen

Schliesst du mich in die Arme

gehen die Augen mir zu

Tief innen wird es hell dann

Es leuchtet dein Du

So geht’s mir mit dir

wie mit Engelwesen

Sind sie mir fern

schweifen meine Augen umher

Sind sie mir nah

gehen die Augen mir zu

denn sie fanden

was sie suchten

Vertrauen

Himmel nachtet
Erde tagt
hell wird’s
wo man etwas wagt
hell leuchten Seelenkerzen
wo Mitleid brennt in unseren Herzen
nicht im Zeitpunkt von unsrem Tun
nein, erst später,  – wenn wir ruhn.
Klein und grosses Ringen im Leben
vermag unser Gemüt zur Einsicht erheben
Wenn wir für andre
nicht für uns selber ringen
fängt der Himmel an zu singen

Wo wir aufeinander bauen
braucht’s nicht, – sondern wächst Vertrauen.