Morgenwarm
mein ganzer Körper
in den ich heute
wieder erwach
Wer war bei mir
heut Nacht
hat mich
mit Urwärme erfüllt
bis zur kleinen Zeh
Da haucht es
wie ein Himmelswesen
Ich erwache ganz
und die Wärme liegt
wieder ganz bei mir
Morgenwarm
mein ganzer Körper
in den ich heute
wieder erwach
Wer war bei mir
heut Nacht
hat mich
mit Urwärme erfüllt
bis zur kleinen Zeh
Da haucht es
wie ein Himmelswesen
Ich erwache ganz
und die Wärme liegt
wieder ganz bei mir
Wer hat sie
wer hat sie gesehen
diese Augen
wer kann widerstehe
diesem Blick
der – entrissen der Heimat –
nur fleht
nimm mich
Wer nimmt ihn
wer nimmt ihn auf
jenen Blick
wer schliesst auf
und lässt zu
zu teilen
den eigenen Namen
mit Geschwistern ganz anderer Haut
Wer hält
wer hält stand
jener Träne
die nicht wollte
was geschah
die sich sehnt
nach dem Muttergrund
und nur fragt – warum
Wer gibt
wer gibt die Antwort
die einzige wahre
die Ja sagt
ja, deine Not ist auch meine
und aufschliesst
aufschliesst den Zaun
und Land und Herzen öffnet
Du zum Ich
Ich zum Du
Denke nicht es sei das Ende und das Ende sei der Schluss Alles Ding nimmt eine Wende weil sich alles wandeln muss Knospe wird Blüte Wasser wird Eis aus Kätzchen wird Kater aus Kleinkind ein Greis Aus Schneeflocke Quelle aus Huhn wird ein Ei Aus Steinwurf wird Welle aus Liebe wird Drei Aus Fehler Erfahrung aus Leichtsinn wird Tod Aus Schmerzen Verzeihung aus Wunde wird Brot Blut ward gegeben aus Nacht wurde Leben Angst ward überwunden wir können gesunden allem begegnen Mitmenschen segnen Weltkrippen hegen
Angst geht um
mit lähmendem Atem
bläht das Nichts
zum paralysierenden Phantom
Sei ruhig nur
Fürchte dich nicht
Ich bin bei dir
spricht Gott
Und wenn du heut
noch so Schlimmes erlebst
Gesühnt, es wird alles gesühnt
und kein Schwert, keine Kugel
kein Fluch, noch Gewalt
wird die Liebe Gottes dir rauben
die dich trägt, selbst durch die Hölle
Ich bin bei dir
Zeit haben heisst Zeit geben
Man hat genau so viel Zeit
wie man sich nimmt
oder besser gesagt
wie man sich gibt
Oh Turm
Deine Höhe ist nicht dein eigenes Werk
sondern das der Bauleute
die tief im Dreck dein Fundament gelegt
dich aufgerichtet haben
und dir den Glanz von heute geschenkt
Deine Höhe ist das Wirken jener Menschen
die nun tief unter dir stehen
und manchmal hinauf schauen
und seufzen
Ideen gestalten
das Leben erhalten
dem Ziele sich stellen
den Auftrag erfüllen
und
Das Leben geniessen
sich gehn lassen und fliessen
geführt ganz von Sinnen
erblühn und zerrinnen
Diese zwei Haltungen
sind zwei Seiten des Seins
wie beim Papierblatt
es gibt zwei oder keins
So sind wir gestellt
in die Tugend der Welt
Zerfliessend – das Leben erhalten
empfindend – Ideen gestalten
geniessend – den Auftrag erfüllen
gelassen – der Pflicht sich stellen
Lässt sich das eine
im andern erlösen
wird das Menschenwesen
genesen