Den Schatten verstehen
den Schatten auch sehen
kann nur wer aus Licht
und aus diesem heraus
in die Freiheit aufbricht
Den Schatten verstehen
den Schatten auch sehen
kann nur wer aus Licht
und aus diesem heraus
in die Freiheit aufbricht
Du, mein Neben-und mein UmmichDu mein Mich in mirmein Beimirmein Zwischen-, Über-und Untermirmein Von- und ZumirDu mein Leibder du mich bistund doch so andersals ich selber binVerführer und ErhalterBleibe, oh bleibe mir nochUm ohne dich zu seinbedarfbedarf ichbedarf ich erst noch deiner!Doch dannwenn auch ohne dichich weiterbestehen kanndann– einst –werde ich dich erlösenvon Vatervon Mutterja selbst von mirzum wahren Sein
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Schaue hinweg
über das Ärmliche
meiner Sprache
Schau auf den Gestus nur
welcher der Quelle entspringt
der zu folgen allein
mein schlichtes Bemühn bleibt
Weisst du, dass du
Zeit deines Lebens
einen Brautschleier trägst?
Ob Mann, ob Frau, auch Kind
der dich verhüllt
und dir verhüllt
was zu sehen nicht
– noch nicht –
nicht in der Zeit
was aber einst
in einem Mal
enthüllt und sich enthüllen wird
was ist, was war, was immer war
jenseits der Vergänglichkeit
Und wenn die Nacht kommt
deine Nacht
dann wendet sich der Schleier
und traut die Braut
Weisst du, dass du einen Schleier trägst
einen Brautschleier
und hat auch einen Namen
einen Wandlernamen.
Wie nennst du ihn?
Ich nenne ihn DU
Sei nicht traurig
Der Blick meiner Augen wird tiefer
der Kuss meiner Lippen sanfter
die Liebe meines Herzens weiter sein
wenn ich wiederkomme
und meine Arme
dich inniger umfangen
als je
Was sprichst du mir – Blut – in den Adern von Heimat?
Was sehnst du mir – Seele – dem Leibvater nach?
Was hängst du mich – Leben – an mütterlich Sinnen?
Was wähne ich selbst solchen Ursprungs mich hier?
Ein neues Gefüge zerreisset das alte.
Es brennet mir tief meine Freiheit zurück:
Nicht geboren wurd ich dereinst, am Anfang des Lebens;
geboren werd ich heute, und von heut bis zum Schluss
Ich erbe nicht Brüder, die gewinn ich von neuem
Wenn Himmelsgeschichte zur Erde fährt,
mein Leben neu nährt,
mich mit leibfreiem Bruder,
urständiger Schwester,
den uralten Zielfaden
zu erquickendem Liebeflechten
verweben lässt.
Vorne das Ziel
Gewordenes hinter mir
dazwischen der Weg
jede Biegung, jede Krümmung
Geschichte
Freude
Leid
Mein Gang
mein Sein
mein Werden
alles Ausdruck dieses Weges
und nicht nur dieses
Ich werde selber
werd‘ selber zum Weg
selber zum Ziel
werde Gewordenes
und werde damit
für andere Weg
für andere Ziel
Von innen nur
kannst du gesehen werden
Liebe
Von innen nur
gerichtet auch
und siehe
das Gericht
es vergeht
im Anblick deiner
straucheln und stürzen
ist nicht dasselbe
wie mitgerissen werden
harrt ersteres der Wiedergutmachung
tilgt letzteres so manche Schuld