{"id":1688,"date":"2022-08-24T14:00:14","date_gmt":"2022-08-24T12:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.poetik.ch\/?p=1688"},"modified":"2022-08-24T14:04:01","modified_gmt":"2022-08-24T12:04:01","slug":"heilig-kam-ich-in-die-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.poetik.ch\/?p=1688","title":{"rendered":"Heilig kam ich in die Welt"},"content":{"rendered":"<pre>Heilig kam ich in die Welt,\r\nHeilig und voll guten Willens,\r\ndenn ich war ein Kind.\r\nGutes sah ich, nur Gutes.\r\nGutes wollte ich tun, nur Gutes.\r\nUnd ich tat das Gute.\r\nDie Welt aber ist Widerstand.\r\nDadurch ward das was ich tat, nicht so wie ich wollte, sondern blieb unvollkommen.\r\nSo blendet die Welt sich und mich, dass nicht mehr zu sehen ist das Gute, sondern nur noch das Unvollkommene.\r\nIch sch\u00e4mte mich.\r\nIch sah, dass das was ich tat, nicht gut war.\r\nIch sch\u00e4mte mich meiner Tat\r\nund ich sch\u00e4mte mich meiner.\r\nDenn es kann nicht gut sein, wer Unvollkommenes tut.\r\nDas Unvollkommene ist nicht gut, es ist b\u00f6se.\r\nSo erkannte ich, dass ich nicht gut bin, sondern b\u00f6se.\r\nUnd ich sch\u00e4mte mich und verbarg mein Inneres - das gut sein wollte, aber unvollkommen wirkte - mit meinem \u00c4usseren - das unvollkommen war, aber gut schien.\r\nDamit kam die L\u00fcge in mich, die gut erscheint, aber b\u00f6se ist.\r\nDie L\u00fcge begleitete mich fortan.\r\nUnd fortan war mein Handeln nicht mehr eines, sondern zweigeteilt.\r\nSo lebte ich fort, in der Welt und mit der Welt, die auch zweigeteilt ist.\r\nIch lebte lange Zeit so fort.\r\nManchmal begegnete ich meiner Scham.\r\nUnd ich fragte mich, wo mein Gutes geblieben sei.\r\nDann dr\u00e4ngte manchmal, ganz zaghaft zwar, ganz selten nur, eine Ahnung meines heiligen Ursprungs herauf.\r\nDie Ahnung meiner selbst.\r\nUnd eine Sehnsucht macht sich bemerkbar.\r\nDie Sehnsucht, wieder ganz,\r\nwieder gut,\r\nwieder heilig zu werden.\r\nDie Welt versteht das nicht.\r\nDie Welt verdr\u00e4ngt und \u00fcbert\u00f6nt diesen Wunsch.\r\nDer Wunsch aber ist ein starker Wunsch.\r\nEr l\u00e4sst sich beiseite schieben, aber er l\u00e4sst sich nicht ausl\u00f6schen.\r\nEr dr\u00e4ngt mich manchmal in der Nacht, ohne dass ich davon weiss.\r\nManchmal flammt er auf, wenn ich einem Kind in die Augen schaue.\r\nManchmal wird er anger\u00fchrt, wenn mir jemand vertraut.\r\nManchmal besch\u00e4mt er mich, wenn mir jemand vertraut.\r\nUnd dann weiss ich, dass es nicht verloren ist,\r\ndass es erreichbar ist,\r\nja, dass mein ganzes wahres Streben \r\nnichts anderes ist, als die \u00dcberwindung der Unvollkommenheit durch mein heiliges Inneres.\r\nDas ist wahre Freiheit.\r\nDas ist Liebe. \r\n\r\n\r\n\r\n<\/pre>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heilig kam ich in die Welt, Heilig und voll guten Willens, denn ich war ein Kind. Gutes sah ich, nur Gutes. Gutes wollte ich tun, nur Gutes. Und ich tat das Gute. Die Welt aber ist Widerstand. Dadurch ward das was ich tat, nicht so wie ich wollte, sondern blieb unvollkommen. 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